Erfreuliche Überraschung: Synergistic Research PHT

Ich bin ja normalerweise skeptisch, wenn nicht durchschaubare tuning – Gerätschaften angeboten werden…

Michael Fremer äusserte sich in “stereophile” sehr positiv zu den Synergistic Reseach PHT´s:http://www.stereophile.com/content/synergistic-research-pht

Na meinen bisherigen Erfahrungen kann ich mich auf das, was er schreibt gut verlassen.

Am letzten Wochenende probierte ich dann die beiden mir zugesendeten Muster aus.

Die Teile sind wirklich sehr klein: knapp 3mm Durchmesser und ca 3mm hoch.

Auf den folgenden Bildern sieht man den Aufbau:

PHT_Top

Interessant ist das kleine Loch in der Mitte!

PHT_Bottom

Dieses Photo ist bewußt stark überbelichtet. Man sieht in dem Röhrchen des Körpers steckt eine “Füllung” die am Boden leicht übersteht. Unter dem Mikroskop betrachtet ist es eine amoprphe Substanz mit teilweise metallisch glänzenden Einschlüssen.

PHT_Side

Es handelt sich also um mindestens 3-Teilige Komponenten: Das Röhrchen als Körper, der farbig eloxierte Einsatz oben und die Füllung.

Magnetisch ist das Material nicht. Das Gewicht beträgt 56 mg, was die Vermutung nahe legt, dass es sich bei der “Füllung” um Kunststoff handeln könnte.

Für den Hörtest probierte ich mehrere Positionen aus. Zum Einsatz kam ein Lyra Atlas welches an einer Acoustical Systems Headshell montiert war:

http://www.arche-headshell.de/accessoires/arche-5d-headshell/

Durch die Tonarmgeometrie steht das Atlas nur wenig nach vorne über – so mittig wie auf den Photos in der Werbung konnte ich also die PHT´s nicht testen.

Erste Versuche machte ich mit der konischen Öffnung nach oben zeigend, der Boden saß so nur zur Hälfte auf dem Atlas und lehnte sich an die Headshell an. Schon das gab deutlich hörbare Verbesserungen.

Der zweite Versuch war dann die PHT´s an der Vorderseite der Headshell zu befestigen, also die konische Öffnung waagrecht nach vorne gerichtet. Das ergab keine wirklich befriedigenden Ergebnisse. Von Platte zu Platte war es sehr unterschiedlich – manchmal besser aber öfter auch schlechter.

Der dritte Versuch war dann die PHT´s senkrecht auf der kleinen Trägerplatte innerhalb der Acoustical Systems Headshell zu befestigen. Dies erbrachte die insgesamt besten Ergebnisse.

Bei allen Versuchen wurde eine ganz kleine Menge von dem mitgelieferten White Tack (= Knetmasse) zur Befestigung verwendet.

Dort wo die PHT´s positiv wirkten, also Versuch 1 und 3, hatten sie konstant eine hörbare und recht deutliche Verbesserung zur Folge:

Das Green Dream führt zu deutlich gesteigerter Darstellung von Details, insbesondere im Hochtonbereich. Die Wiedergabe erscheint schneller, höher auflösend und detailreicher.

Die räumliche Wiedergabe verbessert sich – sowohl in Breite als auch Tiefe.

Das Black Widow hat einen ganz anderen Effekt: Ich will es mal so formulieren: Macht man in gleißender Mittagssonne ein Photo, z.B. von einer Landschaft, wirken Farben schnell etwas ausgewaschen und durch die senkrecht stehende Sonne hat man wenig Schatten, Konturen sind nicht so deutlich. Die selbe Landschaft am späten Nachmittag photographiert wirkt ganz anders: Farben treten deutlicher hervor, Konturen werden durch die längeren Schatten der tief stehenden Sonne deutlicher. In musikalischer Hinsicht wirkt das Black Widow so ähnlich: Einerseits wird die gesamte Wiedergabe musikalischer, körperlicher und gleichzeitig wird der abgebildete Raum deutlich größer mit deutlich umrissenen Positionen der Instrumente.

Wie stark ist die Verbesserung? Dies ist natürlich eine subjektive Einschätzung und hängt natürlich auch von der verwendeten Anlage ab. In meinem Set-up paßt das Black Widow deutlich besser. Würde ich die selbe Qualität und Quantität an Verbesserung z.B. durch den Austausch von NF-Kabeln erzielen wollen – das wäre so der Sprung von der € 600.- Klasse zur € 2000.- Klasse ( Ich gehe da von z.B. RCA-Kabeln, 1m aus, die jeweils gut zur Anlage passend ausgesucht wurden).

Messtechnisch konnte ich übrigens keine Veränderung feststellen: Übersprechdämpfung, Frequenzgang, Trackability, Verzerrungen – alle Werte im Rahmen der Messungenauigkeit genau gleich. Das zeigt mal wieder, wie unvollkommen die derzeit verfügbare Messtechnik ist!

Also eine durchaus lohnende Investition, da das Resultat im Vergleich zum Anschaffungspreis ausgezeichnet ist.

Ich gehe davon aus, dass die 3-teiligen PHT´s ein schwingungsfähiges System darstellen. Bei Tonabnehmern entsteht viel mechanische Energie in Form von Schwingungen, die natürlich Resonanzen anregen können, sich überlagern können und damit etwas zum Nutzsignal hinzufügen, welches dieses stört.

Von der Masse sind die PHT´s zu leicht um wirkungsvoll zu bedämpfen – aber wenn sie Schwingungsenergie aufnehmen und durch die im Verhältnis zum Gewicht recht große Oberfläche abstrahlen? Müsste man mal mit einem Laser Interferometer untersuchen..

Auf jeden Fall ein Produkt, was von funktioniert und welches ich empfehlen kann.

Vertrieb in Deutschland durch:http://www.soreal-audio.de/index.html

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