Neues zum Thema Plattenansaugung

Ich habe mal wieder Einiges ausprobiert: Kaum hat man eine Sache richtig verbessert, fallen einem ja andere mögliche Schwachstellen ein…

In diesem Fall war es das Thema Plattenteller – Auflage.

Ich probierte erst mal aus, was gerade griffbereit war:

-POM-Teller ohne jegliche Matte

-0,5 mm Carbon-Matte ( Filz – ähnliche Struktur)

-3 mm Kupferplatte

- 5 mm Graphitplatte

- 2,5 mm Vinylplatte

Klangliche Unterschiede waren deutlich zu hören, aber keine Lösung war in dem Aufbau hier wirklich perfekt.

Folgende Grundtendenz war grundsätzlich vorhanden:

Je schlechter der flächige Kontakt zwischen Schallplatte und Matte war (durch einfachen Klopftest festzustellen) desto unpräziser wurde das Klangbild in allen Aspekten. Der äußere Beschwerungsring und das Mittelgewicht halfen natürlich, aber bei verwellten Platten ist nicht überall flächiger Kontakt vorhanden.

Erst an zweiter Stelle machte sich  das Material bemerkbar.

Die Graphitplatte war am tonal hellsten, erbrachte aber auch die größte „Scheindynamik“ – bei manchen Aufnahmen für meinen Geschmack aber zu hell.

Die Kupferplatte war genauso wie die Vinylplatte ein brauchbarer Kompromiss, aber so richtig zufrieden war ich mit keiner Lösung.

So erstand ich zum Probieren eine Audio Technica AT 665BX Disc Stabilizer Matte gebraucht, ausdrücklich als defekt bezeichnet. Diese Matte hat im Gegensatz zur AT 666BX den Vorteil einer weichen „felligen“ Auflage, während die AT 666BX blankes Aluminium hat…ein Stäubchen drauf und es ist fest eingepresst!

Matte

Bei der AT 665BX war die Pumpe kaputt: Gehäuse vorne gebrochen und der Kolbenmechanismus klemmte manchmal. Zum Probieren ging es aber.

Pumpe_alt

Beim Anhören war ich sehr erstaunt: Plötzlich alles viel mehr im Focus, natürlicher, Stimmen und Instrumente klarer definiert und räumlich genauer abgebildet. Realistische, nicht übertriebene Dynamik.

Pumüpe_2

Der Rest war ein wenig Bastelarbeit:  Ich hatte noch eine brauchbare Pumpe rumliegen…Der Saugkopf war ganz einfach gebaut:

Saugkopf

Mit eine Lochsäge zwei 10 mm starke Scheiben ausschneiden. Eine Durchmesser 55mm, eine Durchmesser 30 mm. In die obere Scheibe kommt das Gewinde für den Anschlussnippel, die untere wird plan geschliffen.Pumpe_1

So ist die Platte innerhalb von Sekunden angesaugt. Unterdruck reicht für mehr als 45 Minuten.

Da mein Kompliment an Audio Technica: Die Matte selbst ist bestimmt schon mehr als 20 Jahre alt und funktioniert immer noch. So was nenne ich gutes Material!

Jetzt mit „richtiger“ Ansaugung ist es klanglich natürlich noch besser – tendenziell wie oben beschrien.

Hier ein kleiner Film zur Arbeitsweise:

DSC_7423

 

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